Ratgeber · Beckenboden

Beckenbodentraining bei Belastungsinkontinenz

Ungewollter Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Springen – die sogenannte Belastungsinkontinenz – ist weit verbreitet, wird aber selten offen angesprochen. Dabei lässt sich in vielen Fällen etwas tun.

Was passiert bei Belastungsinkontinenz?

Bei körperlicher Belastung steigt der Druck im Bauchraum kurzzeitig an. Ein kräftiger, gut koordinierter Beckenboden kann diesem Druck normalerweise entgegenwirken. Ist die Muskulatur geschwächt oder die Ansteuerung gestört – etwa nach Schwangerschaften, Operationen oder auch unabhängig davon – kann es zu ungewolltem Urinverlust kommen.

Wie kann Beckenbodentraining helfen?

Physiotherapeutisches Beckenbodentraining setzt an zwei Stellen an: der Wahrnehmung (die richtige Muskulatur überhaupt bewusst ansteuern zu können) und dem Aufbau von Kraft und Ausdauer. Zusätzlich wird oft das sogenannte „Knack" oder „The Knack" trainiert – das gezielte Anspannen des Beckenbodens kurz vor und während einer Belastung wie Husten oder Heben.

Wie umfangreich und wie lange ein solches Training sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.

Wann zusätzlich der Arzt gefragt ist

Nicht jeder Urinverlust ist eine reine Belastungsinkontinenz – es gibt weitere Formen und Ursachen, die ärztlich abgeklärt werden sollten, insbesondere bei plötzlichem Auftreten, Schmerzen oder Blut im Urin. Physiotherapie und ärztliche Abklärung schließen sich dabei nicht aus, sondern ergänzen sich.

Kein Grund, sich zu schämen Belastungsinkontinenz betrifft sehr viele Menschen, und in vielen Fällen kann gezieltes Training die Beschwerden deutlich verbessern. Ein offenes Gespräch in der Praxis ist der erste Schritt.

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